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Filippo Lippi

Fra Filippo Lippi wurde im Jahre 1452, dem Höhepunkt seiner Berühmtheit, von der Gemeinde Prato beauftragt, die Hauptkapelle der Kirche von Sankt Stephan, dem aktuellen Dom, mit Fresken zu bemalen. Der bekannte Freskenzyklus mit den Geschichten vom Heiligen Stephan und vom Heiligen Johannes dem Täufer wurde von Vasari als „das best gelungenste all seiner Werke“ bezeichnet. Das Werk wurde von Lippi und seien Mitarbeitern zwischen 1452 und 1465 realisiert. Aufgrund vieler komplexen sentimentalen Begebenheiten des Künstlers, aber auch aufgrund vieler Aufträge von verschiedensten Wohltätigkeitsämtern, Kirchen und Klöstern aus Prato, lagen sehr lange Unterbrechungen zwischen dem Arbeitsbeginn und seiner Fertigstellung. Dies war die blühendste, originellste und erfolgreichste Zeit der Kunstgeschichte von Prato.

Filippo wurde 1406 in Florenz geboren und als Waise wurde er mit 8 Jahren im Karminekloster aufgenommen. Er zeigt sofort eine Abneigung zum Studium, hatte aber eine bemerkenswerte Kunstgabe, die aus ihm in kurzer Zeit einen der originellsten Maler der Renaissance machten. Seine Ausbildung wurde sicherlich durch den Kontakt mit Masaccio und Masolini beeinflusst. Sie arbeiteten in der Karminekirche an der Bancacci Kapelle (um 1427, ca. 60 Jahre später vom Sohn von Fra Filippo beendet). Lippi nahm aber auch Anregungen an den Skulpturen von Donatello und Luca della Robbia, von Beato Angelico und der flämischen Malerei. Trotz der vielen Einflüsse und der unterschiedlichsten Meister entwickelte er seine ganz persönliche künstlerische Vision.

Fra Filippo war ein unabhängiger, unkonventioneller Geist, der zeitweise mit impulsivem und leidenschaftlichem, oft unkontrollierbarem Charakter verbunden war. In Prato lernte er in S. Margherita die wunderschöne Lucrezia Buti kennen. Sie war Novizin im Kloster aufgrund der Entscheidung ihres Bruders, einem reichen Seidenhändler aus Florenz. Lippi floh mit ihr aus dem Kloster und aus der Vereinigung wurde der Sohn Filippino geboren (später auch ein exzellenter Maler) und auch eine Tochter. Es war aber sein abenteuerliches Leben, nicht frei von Wünschen, Lastern, Gewissensbisse und Leidenschaften, die ihm eine tiefgründige Kenntnis der menschlichen Natur verlieh und die er sehr stark in seiner Malerei auszudrücken wusste.

Die Charakteristiken von Fra Filippo sind die Fähigkeit des Erzählens, die es ermöglichen, komplexe heilige Geschichten verständlich zu machen und die wie in einer Theateraufführung orchestriert werden; die fantasiereiche Kreativität, die jedoch tägliche Lebensaspekte beachtet; ein häufiger und frühzeitiger Gebrauch von Portraits und vor allem die Fähigkeit, die Gefühle in lebender, pulsierender, vulgärer oder raffinierter, heiligen oder sündenvollen Weise darzustellen, so wie in den Fresken im Dom von Prato. Diese zeigen komplexe und imposante Szenen mit Weiten und offenen Perspektiven, die jedoch aufmerksam der Erzählung folgen. Die Figuren werden monumental dargestellt, (die nach Meinung Vasaris aus Lippi den Vorgänger der Kunst des 15. Jahrhunderts und von Michelangelo machen), doch sie wirken nicht schwerfällig, denn dank der flüssigen und leuchtenden Pinselstrichen und den luftigen Stoffen werden den Figuren Leichtigkeit verliehen.

Die Fresken im Dom

Auf der linken Wand der Hauptkapelle im Dom verläuft die fantasiereiche Geschichte des Heiligen Stephan, Schutzpatron von Prato, die auf antike Traditionen basiert. Im Mittelteil die wunderschöne Szene, in der sich Stephan vom Bischof Julian verabschiedet, um zum Predigen auszuziehen. Im unteren Teil sieht man die Beerdigung nach dem Fund des Körpers von Stephan. In dieser Szene erkennt man auf der rechten Seite die imposante Figur von Papst Pio II (hinter ihm der vorgeschlagene Carlo de’ Medici, Sohn von Cosimo il Vecchio und einer Sklavin), daneben zwei Mönche: der ältere auf der rechten Seite ist höchstwahrscheinlich ein Selbstportrait von Lippi.

Die gegenüberliegenden Wand ist dem Heiligen Johannes dem Täufer gewidmet. Die Szene im Mittelteil zeigt, auf steinigem Hintergrund, eine große Gruppe mit dem Hl. Johannes der sich bei seinen Eltern verabschiedet, während die Szene im unteren Teil ein einzigartige Darstellung des Bankett des Herodes mit dem Tanz der Salomè – eine lebendige und leichte Figur, die starken Einfluss auf Lippis Lehrling Botticelli hatte. Weiters sieht man die Enthauptung vom Täufer und eine abwesende, schöne Salomè, die ihrer Mutter Heriodas (schön aber kalt und unpassierbar) den Kopf von Johannes präsentiert.

Im Jänner 1466 erhält Fra Filippo 1962 Florin als Lohn für die Fresken (die Summe beinhaltet auch das Material und das Gerüst). Ein Jahr später verlegt der Künstler seine Werkstatt nach Spoleto, um die Apsis des Doms mit Fresken zu bemalen. Lippi starb im Oktober 1469 in Spoleto.

Die anderen Werke in Prato

Zählt man auch die Fresken der Kathedrale von Hl. Stephan, besitzt Prato den größten Teil der Werke von Fra Filippo. Im Museo dell'Opera neben dem Dom befindet sich eines der Meisterwerke des Künstlers: die Beerdigung vom Hl. Girolamo, beauftragt von Inghirami (abgebildet in reichem rosafarbenem Gewand neben einem geheilten Krüppel) zeigt weiche Formen, voll mit Licht und eine beeindruckende Ausdrucksweise der Trauer der Mönche, die um die Leiche des Heiligen stehen. Eine enger Mitarbeiter der der Lippi, Mestro der Natività di Castello, malte im Jahre 1449 die Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Sank Justus und Klemente, wertvoll in der intensiven und glasierten Farbe und dem komplexen Thron der Jungfrau.

Eine weitere, kleinere Madonna mit Kind, Jugendwerk von Lippi mit Einflüssen von Masaccio, ist in der Galleria degli Alberti ausgestellt, aber der Hauptteil der Kunstwerke, die von Fra Filippo für Prato gemalt wurden, befinden sich im Museum der Palazzo Pretorio, dort befinden sich auch die Werke von Giovanni da Milano, Bernardo Daddi und Filippino Lippi.

Das erste Kunstwerk, das Fra Filippo für Prato realisierte, war die Madonna mit dem Kind zwischen den Heiligen Stephan und Johannes dem Täufer (1453), auch Pala del Ceppo genannt, mit monumentalen aber spirituell harmonierenden Figuren. Zu Füßen des Throns ist der bekannte Händler Francesco Datini (1325-1410) abgebildet. Er präsentiert der Jungfrau die Verwalter des Wohltätigkeitsamtes Ceppo Nuovo, das mit seinem Erbgut gegründet wurde.

Aus etwas späterer Zeit ist die Tafel mit der Übergabe des Gürtels durch Maria an den Heiligen Thomas und Heilige, verbunden mit der sentimentale Geschichte von Lippi, da es vom Kloster von S. Margherita beauftragt wurde. Im Gemälde, das großteils von Fra Diamante gemalt wurde, wird möglicherweise die Heilige Margherita durch Lucrezia Buti dargestellt, oder jedenfalls die weibliche Vorstellung von Filippo. Sie wird auch in der bezaubernden Jungfrau von purem Profil in der Tafel der Nativität mit dem Heiligen Georg und Heiligen Vincenzo Ferrer wiedergefunden, eingetaucht in einer eindrucksvollen Landschaft, wo das Kind wahrscheinlich ein Portrait von seinem Sohn Filippino ist.

Unter den Werken von Lippi gibt es auch eine Tafel mit der Ankündigung und dem Heiligen Julian und einem kleinen Band, das die Nativität vollendete (1812 von der französischen Regierung entwendet und jetzt im Louvre ausgestellt). Sie wurde 1472 in der Werkstatt von Lippi gemalt (die Szene der Anbetung wurde wahrscheinlich vom jungen Filippino gemalt). Weiters konserviert die Kirche Spirito Santo die 1467 beauftragte Tafel mit der Präsentation im Tempel. Da Lippi bereits in Spoleto war, wurde sie auf Anweisung des Meisters von seinen Mitarbeitern realisiert. Die Kirche ist in der Nähe des Collegio Cicognini, in dem Gabriele Dannunzio studierte. Er war in die Fresken von Filippo Lippi und in seine Lucrezia verliebte, deren er sich der "zweite Liebhaber" nannte.

Das Talent von Filippino

Das Schicksal der Gefährtin von Filippo Lippi, Lucrezia Buti, ist nicht bekannt (wahrscheinlich kehrte sie ins Kloster S. Margherita zurück). Der Vater hatte aber einen engen Bezug zu seinem Sohn und war bis zum Tode mit ihm zusammen. Filippino wurde dann Fra Diamante anvertraut und arbeitete mit ihm in Spoleto und in Prato, bevor er 1472 in die Werkstatt von seinem großen Meister Botticelli eintrat. Der junge Maler, den Vasari als „erzogen, verantwortungsvoll und freundlich“ bezeichnete, auch um das „vom Vater übertragene Mal“ (was immer es auch sei) zu löschen, wurde schnell berühmt für seinen Stil, nervös, belebt und komplex, reich an Einzelheiten, mit Zitaten aus der „Archäologie“ und der Klassischen Architektur, charakterisiert durch elegante Klarheit, mit Gutachten im Portrait und von natürlicher Aufmerksamkeit. Filippino hatte einen engen Kontakt mit seiner Geburtsstadt; 1495 wurde für die Kirche vom Palco eine wunderschöne Tafel gemalt, die leider in die Alte Pinakothek von München gebracht wurde. Sie zeigt die Fürbitte Madonnas bei Christus um die Rettung von Prato. In unserer Stadt bleiben weitere Meisterwerke von Filippino, die im Museum der Palazo Pretorio ausgestellt sind. Der wertvolle Tabernakel von Mercatale, mit Fresken 1498 bemalt, wurde von Leonetto Tintori im Jahre 1944 nach kompletter Zerstörung durch einen Bombenangriff restauriert. Im Hindergrund, am Fuße eines Sarkophags archäologischem Geschmacks, ist die liebliche Madonna mit Kind, in der Volta mit Grotesken befinden sich Heiligenpaare: der Mönch Antonio – robust und mürrisch – und Margherita, und gegenüber Caterina von Alexandria und Stephan, junge und wunderschöne Figuren.

Ein spätes Werk des Künstlers ist die Tafel der Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Stephan und Johannes des Täufers, 1502-3 für die Audienz der Gemeinde gemalt. Sie ist von einer dramatischen Stimmung charakterisiert, schwebend, von düsterem Licht umgeben, das die Schatten der bleichen Figuren hervorhebt. Es scheint als würde am religiös dramatischen und düsteren Klima in der Zeit von Savonarola in Prato teilgenommen. Zu dieser Kunstart gehört auch das kleine, wertvolle Kruzifix (das vor kurzer Zeit von der Gemeinde Prato vom Denver Art Museum gekauft wurde), in dem der Künstler den Hauptteil der Pala Valori (1497-1500) wiederholt, das für San Procolo a Firenze gefertigt wurde und von den Familien, die Savonarola nahe standen, sehr geschätzt wurde.

Bearbeitet von Claudio Cerretelli

Filippo Lippi "Madonna del Ceppo"
Filippo Lippi e Fra Diamante "Madonna della Cintola"
Filippo Lippi "Esequie di San Girolamo"
Affreschi di Filippo Lippi nella cappella Maggiore del Duomo di Prato (parete sinistra)
Affreschi di Filippo Lippi nella cappella Maggiore del Duomo di Prato (parete destra)

Data ultima revisione dei contenuti della pagina: luned 16 marzo 2020

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